190921 noyaensemble
VIGILIA
Seit 2018 arbeitet und konzertiert das NOYA Ensemble mit der Produktion ›VIGILIA‹. Hierfür verbinden die Sängerinnen und Sänger sowie Steffen Raphael Schwarzer achtstimmge Vokalsätze mit elektronischen und akustischen Miniaturen für Sampler, Controller und Klavier.
Die nächtlich-traumartige Szenerie der Aufführungen verweist auf die Wanderung eines Träumenden durch die Zimmer, Gänge und Säle eine alten, verlassenen Landsitzes, in dem er sich selbst an Klavieren und anderen Tasteninstrumenten spielend beoabachtet oder choralen Gesängen in der Ferne lauscht.
[Traumbericht eines Musikers]

[ ... ] Ich spielte diese Klänge ... und plötzlich meinte ich an einem nächtlichen Ort zu sein mit alten Mauern, Gärten, Kreuzgewölben. Ich sah mich unter Arkaden wandeln, kühle Gebäude betreten, weite Treppen hinauf und hinunter steigen. In leeren Räumen standen Instrumente und Klaviere aus verschiedenen Jahrhunderten, an denen ich mich selber leise spielen sah. Es waren Uhren in den Gängen und mechanische Geräte; sie begannen wie von Geisterhand zu laufen, sobald ich an ihnen vorüberging.
Und Stimmen drangen zu mir, aus fernen Fluchten, Stimmen von Sängern, von ganzen Chören, ein betörender Reigen war das aus Hymnen und längst vergessenen Chorälen. Ich kam durch Säle mit Planeten in den hohen Fenstern, verweilte lange vor Gemälden an versehrten Wänden.

Die ganze Nacht wandelte ich wie ein Wächter durch dieses traumgeborene Theater aus Bildern, Geräuschen und Musik. Und immer wieder kehrte ich zurück in die leeren Räume mit mir selbst an den Klavieren, - spielend ... und lauschend auf jene Gesänge in den fernen Fluchten ... [ ... ]